Kommunen und die digitale Transformation

Kaum ein Thema beschäftigt derzeit so sehr, wie das Thema der Digitalisierung. Viele sehen große Chancen in der Entwicklung. Gleichzeitig wird es für Kommunen immer schwieriger noch den Überblick zu behalten.1

THESE 1: Die Digitalisierung ist schon da! Und … sie geht nicht mehr weg!

Die Kommunen fangen bei der Frage der Digitalisierung bei weitem nicht bei „Null“ an. In der Vergangenheit haben die Kommunen in Österreich viele ihrer Aufgabenbereiche automatisiert und digitalisiert und dazu unterschiedlichste elektronische Verfahren einge- führt (Finanzverfahren, ELAK usw.). Neu sind jedoch gegenwärtig das rasante Entwicklungstempo und die große Sogkraft der digitalen Technik. Die neuen Lösungen durchdringen und betreffen alle Lebens- und Arbeitsbereiche. Neu sind auch die umfas sende Vernetzung der informationstech- nischen Systeme und der hohe Stellenwert des Mobiltelefons als zentrale technische Plattform. Und: Ein Zurück in alte vordigitale Zeiten ist eine kaum zu erwartende Utopie.

THESE 2: Digitalisierung ≠ digitale Transformation!

Digitalisierung meint primär die Nutzung und den Einsatz digitaler Technik zur Automatisie- rung von Verfahren und Services. Die digitale Transformation beschreibt demgegenüber den Prozess der Weiterentwicklung der Kommunalverwaltung und aller kommunaler Politikfelder unter Nutzung digitaler Technologien. Das bedeutet Umstellungen bei allen Prozessen, eine Veränderung der Organisationsstruktur und letztlich auch der Organisationskultur und des gesamten Managementsystems (siehe Grafik). Kommunen und deren Verwaltungen werden in Zukunft völlig anders funktionieren, als das heute vorstellbar ist.

Quelle: KDZ/Wirth.

THESE 3: Die digitale Transformation ist keine technische, sondern eine strategisch-organisatorische Herausforderung!

Macht man sich dieses umfassende Bild von Veränderung zu eigen, dann überrascht wohl wenig, wenn ich behaupte, dass die digitale Transformation nicht einfach zu einem Projekt der IT-Abteilung werden kann und darf! Nicht zuletzt auch deshalb, weil der Weg der Veränderung nur 20 Prozent technische Entwicklung, aber 80 Prozent Veränderung von Organisationen und Mindsets der MitarbeiterInnen beinhaltet!

Dafür braucht es Ressourcen, Partnerschaf- ten und eine für die Durchführung geeignete Organisation.

Zu allererst wird ein schlüssiges digitales Selbstbild und eine längerfristige Strategie („digitale Agenda“) benötigt, welche die lokalen Bedingungen, lokale Erfordernisse, eigene Nutzenerwartungen, und vor allem auch die eigenen Möglichkeiten berücksichtigt.

THESE 4: Die digitale Transformation betrifft die ganze Stadt!

Die digitale Transformation betrifft nicht nur die technische Neuorientierung der Kommunalverwaltung und die Interaktion der Stadt mit ihren BewohnerInnen (Smart Governance), sie betrifft gleichermaßen alle Lebensbereiche und Leistungsbereiche einer Stadt, wie das folgende Bild der digitalen Leuchtturmprojekte der Stadt Darmstadt zeigt (siehe Grafik).