Offen.Mobil.Digital.

Seit mehr als drei Jahrzehnten sind Bürgerservicestellen/Bürgerbüros in Österreichs Städten und Gemeinden ein sichtbares Zeichen für gelebte Kunden- und Serviceorientierung. Das Bürgerservice bildet in vielen Kommunen das einladende und freundliche Entree zur Gemeindeverwaltung.

Waren Bürgerservicestellen anfänglich oft eher einfache Auskunfts- und Informationsstellen, so haben diese sich im Laufe der Zeit zu immer qualifizierteren Anlaufstellen für die BürgerInnen entwickelt. Heutzutage übernehmen sie einerseits eine Art Lotsenfunktion im Umgang mit der Kommunalverwaltung und geben dazu eine Vielzahl von Informationen und Auskünfte. Andererseits werden in den Bürgerservicestellen von Ort zu Ort unterschiedlich viele qualifizierte Verwaltungsleistungen insbesondere aus den Bereichen Personenstand, Meldeservices, Wahlangelegenheiten, Fundwesen und teilweise auch soziale Leistungen angeboten.

Was machen andere aus der Idee?

Beim diesjährigen Bürgerservice-Netzwerktreffen in Feldkirch sind wir dieser Frage nachgegangen und haben den Blick über die Landesgrenzen geworfen.

Zunächst hat Stephan Wenger von der Stadt St. Gallen (CH) berichtet, wie aus dem ehemaligen Einwohneramt die heutigen Bevölkerungsdienste – das Pendant zu österreichischen Bürgerservicestellen – wurden.

In zentraler Lage direkt am Hauptbahnhof mit attraktiven Öffnungszeiten (über Mittag geöffnet, Donnerstag bis 18.00 Uhr) wird eine ausgeprägte „Willkommenskultur“ mit schlanken Prozessen und kurzen Wegen praktiziert. Ein wichtiger Fokus der Stadt liegt auf dem Ausbau der digitalen Services (z. B. eUmzugCH, eDossier, eFormulare, eArchiv, eVoting, eCounting und Chatbots). Dieses Thema hat das Netzwerktreffen geprägt.

Markus Bertele (Amtsleiter Bürgerservice, Schifffahrt und Verkehr beim Landratsamt Bodenseekreis) stellte „sein Bürgeramt“ vor und hob das Projekt der Behörden- nummer 115 und die als gemeindeübergreifende Shared-Services organisierten Telefonauskunfts/-vermittlungsdienste sowie das Portal „sag’s doch bzw. mach mit“ im Landratsamt hervor.

Trotz aller begrifflicher und auch rechtlicher Unterschiede zwischen der Schweiz, Baden-Württemberg und Österreich fanden sich am Ende doch mehr Analogien als Differenzen in den jeweiligen Lösungen.