Die Relevanz gesellschaftlicher Geschlechterverhältnisse für die Entwicklung einer Europäischen Nachhaltigkeitsstrategie

Gesellschaftliche Geschlechterverhältnisse und Nachhaltigkeitsstrategien bedürfen einer Verknüpfung, da nur, wenn in der Gesellschaft Versorgungs- und Erwerbsarbeit, Einkommens- und Vermögensverhältnisse und viele andere Faktoren nicht ungleich verteilt sind, eine nachhaltige Gesellschaft entstehen kann. Basierend auf der Entwicklung einer europäischen Nachhaltigkeitsstrategie der Europäischen Union müssen sowohl positive wie negative Auswirkungen auf Geschlechtergerechtigkeit und Chancengleichheit der Geschlechter auf andere Politikbereiche identifiziert und berücksichtigt werden. Für eine nachhaltige Wirtschaftsweise bedarf es jedoch eines erweiterten Arbeits- und Produktivitätsbegriffes, da derzeitig physische und soziale „Nebenfolgen“ externalisiert werden. Für eine nachhaltig wirtschaftende Gesellschaft bedarf es der Wiederherstellung der ökonomischen Einheit von Herstellungs- und Wiederherstellungsprozessen mit Blick auf die physischen und die sozialen Grundlagen des Wirtschaftens. Die europäischen Grundsätze zum Gender Mainstreaming sind ein erster Ansatz, die Genderdimension bei den Zielvereinbarungen für eine nachhaltige Strategie einzubeziehen.

Autor/Herausgeber: 
erschienen in: 
Der Öffentliche Sektor 31(2005), 1-2, S. 43-46
Jahr: 
2005
Bestellnummer: 
3548