Die Schere schließen

Die Einkommensschere klafft nach wie vor weit auseinander: Männer überwiegen in den oberen Einkommensbereichen, Frauen in den unteren, sie sind auch vom Phänomen des „Working Poor“ stärker betroffen. Die Autorinnen stellen sich die Frage, ob unser Steuersystem diese Ungleichheiten ausgleichen und damit die Einkommensschere schließen kann, oder ob die Einkommensunterschiede dadurch sogar verstärkt werden. So würde eine oft angedachte Absenkung des Spitzensteuersatzes v.a. Männer entlasten, die bereits ein hohes Einkommen haben. Eine „frauenfreundliche“ Steuerreform müsste Jahreseinkommen bis € 40.000,- entlasten; das würde 91% der Arbeitnehmerinnen zugute kommen. Frauen könnten auch vermehrt von einer Anhebung vermögensbezogener Steuern profitieren, die derzeit extrem niedrig ist.

erschienen in: 
Arbeit und Wirtschaft 62(2008), 2, S. 22-24
Jahr: 
2008
Bestellnummer: 
4223