Evaluierung der Maßnahmen für mehr Geschlechtergerechtigkeit: Gender Controlling in der Kommunalverwaltung

Unter dem politischen Ziel des Gender Mainstreming wurden und werden in den letzten Jahren in den Kommunen eine Vielzahl von unterschiedlichen Projekten mit dem Ziel der Gleichstellung der Geschlechter initiiert. In der Regel fehlt es jedoch an einer ganzheitlichen Gesamtschau des Gender Mainstreaming-Prinzips für alle Fachbereiche der Kommunalverwaltung sowie an nachhaltigen Umsetzungen in der Praxis. Gegenständlicher Artikel präsentiert das Gender Controlling als eine Strategie, um diesen Umsetzungsprozess zu unterstützen bzw. zu verbessern. Dabei ist Gender Controlling – eingebettet in ein Gesamt-Controlling-System – als  Ansatz zur Planung, Organisation, Umsetzung und Kontrolle einer verbindlichen Gleichstellungspolitik in Organisationen zu verstehen.  Basierend auf der Balanced Scorecard (BSC) als operationalisierendes Instrument des Controlling wurde die so genannte „Gender-Strategie-Karte“ entwickelt, in welcher Ziele, konkrete Maßnahmen und Messindikatoren für die vier grundlegenden Zieldimensionen „Learning“, „Processing“, „Services“ und „Resources“ festgelegt wurden. Durch Gender Controlling alleine kann die Chancengleichheit von Männern und Frauen jedoch nicht realisiert werden, vielmehr ist eine neue Organisationskultur erforderlich, die sich nur über eine Reflexion und Auseinandersetzung von tief verinnerlichten Werten, Normen und Strukturen herstellen wird.

erschienen in: 
Verwaltung und Management 10(2004), 5, S. 252-257
Jahr: 
2004
Bestellnummer: 
3437