Gender, Welfare und Ethnicity im „südlichen“ Wohlfahrtsstaatsmodell

Ausgehend von Gøsta Esping-Andersens Typologisierung von drei Wohlfahrtsstaatsmodellen plädiert Lageder unter Einbeziehung der Kategorien „Gender“ (soziokulturelle Konstruktion für Geschlecht) und „Ethnicity“ (eine durch Selbst- und Fremdzuschreibung definierte Zugehörigkeit zu einer nationalen, sprachlichen, kulturellen Gruppe) für ein viertes, „südliches“ Wohlfahrtsstaatsmodell (Italien, Spanien, Griechenland, Portugal). Es ist durch ein patriarchalisches Familienmodell gekennzeichnet, für soziale Sicherheit ist primär die Familie zuständig. Lageder erläutert seine Überlegungen am Beispiel der Betreuung pflegebedürftiger alter Menschen in Italien, wo zunehmend Migrantinnen die un(ter)bezahlte Pflegearbeit einheimischer Frauen ersetzen.

Autor/Herausgeber: 
erschienen in: 
SWS-Rundschau 46(2006), 1, S. 86-110
Jahr: 
2006
Bestellnummer: 
3803