Liberalisierung und Privatisierung öffentlicher Dienstleistungen. Auswirkungen auf Beschäftigung, Arbeitsbedingungen und Arbeitsverhältnisse

In einer Studie der Arbeiterkammer wurden die Auswirkungen der Liberalisierung und Privatisierung auf den öffentlichen Dienst anhand von Fallbeispielen dargestellt. So führte die Liberalisierung in den ersten zehn Jahren zu einem beträchtlichem Personalabbau, welcher mit Frühpensionierungen, „Golden Handshakes“ und Lehrstellenreduktion einher ging. Gleichzeitig wurde die Arbeitszeit flexibler den Erfordernissen der Marktlage und der Kundennachfrage angepasst, um Überstundenzuschläge zu rationalisieren. Unproduktive Zeiten, die der Kunde nicht direkt bezahlt, wurden somit eliminiert. Auch die Stellung der Gewerkschaften und Personalvertretungen blieb durch die Liberalisierung nicht unberührt. Der Studie zufolge, wurde die Liberalisierung dezidiert in Großbritannien dazu benutzt, um die Stellung der Gewerkschaften zu schwächen. Auch in Österreich wurden die Mitbestimmungsrechte der Personalvertreter und Betriebsräte beschnitten, als Beispiele werden hier die ÖBB und die Post angeführt.

erschienen in: 
WISO 27(2004), 4, S. 133-147
Jahr: 
2004
Bestellnummer: 
3502