07.08.2026
Gutes Personalmanagement ist längst kein „weicher“ Faktor mehr, sondern ein zentraler Hebel für die Zukunftsfähigkeit der öffentlichen Verwaltung. Städte und Gemeinden stehen vor tiefgreifenden Veränderungen, die bereits seit mehreren Jahren evident sind. Neben dem demografischen Wandel, dem Fachkräftemangel sowie Digitalisierung und KI gilt es vor allem, die wichtigste Ressource aktiv einzubinden: den Menschen.
Vor diesem Hintergrund hat sich die „Werkstatt Personal“ als zentraler Diskurs- und Lernort etabliert. Was während der Corona-Pandemie als Austauschplattform, angestoßen durch Dr. Klaus Wirth begann, ist heute ein kontinuierlicher Lernraum für Personalverantwortliche aus Städten und Gemeinden. Die 26. Werkstatt fand im April 2026 im Haus des Personals in Wien statt und zeigte erneut die Stärke dieses Formats: gemeinsames Lernen auf Augenhöhe.
Gemeinsames Lernen als Erfolgsfaktor
Der besondere Mehrwert liegt im offenen Austausch. Erfahrungen werden geteilt, Herausforderungen gemeinsam reflektiert und Lösungsansätze weiterentwickelt. Gerade in unsicheren Zeiten erweitert dieser Dialog Perspektiven und stärkt die professionelle Handlungskompetenz. Die Werkstatt bietet damit eine Lernumgebung, die Praxisnähe und Kontinuität vereint. Das gemeinsame Reflektieren und Arbeiten an aktuellen Fragestellungen stärkt das Netzwerkdenken im öffentlichen Sektor.
Der erste Tag startete mit einem Praxisimpuls der Wiener Linien zu aktuellen Herausforderungen im HR. Anschließend erfolgte ein strukturierter Rückblick auf die letzten Jahre der Werkstattreihe, verbunden mit einer Transferübung in die eigene Organisation. In zwei Gruppen wurden konkrete Konzepte
erarbeitet – einerseits zur Führungskräfteentwicklung, andererseits für ein PE-Gesamtkonzept für kleinere Organisationen. Diskutiert wurden insbesondere wirksame Bausteine, realistische Umsetzungsbedingungen sowie die tatsächliche Wirkung von (bestehenden) Instrumenten.
Große Themenbreite spiegelt den Puls der Zeit wider
Die Werkstatt zeichnet sich durch eine große Themenvielfalt aus. Neben klassischen HR-Instrumenten wurden vor allem Zukunftsthemen wie Künstliche Intelligenz, neue Arbeitsformen oder Best-Practice-Beispiele diskutiert. Besonders greifbar wurde dies am Beispiel der Wiener Linien. Der Impuls zeigte, wie Organisationen der öffentlichen Hand unter Druck stehen, gleichzeitig mehr zu leisten und punktuell Personal reduzieren zu müssen. Einsparungen erfolgen häufig über natürliche Fluktuation, was jedoch Risiken wie Wissensverlust oder steigende Belastung mit sich bringt. Gleichzeitig kommen neue
Instrumente zum Einsatz. Die Wiener Linien nutzen in einer ersten Pilotphase KI-Anwendungen. Die Teilnehmer*innen haben in der gemeinsame Diskussion angemerkt, dass es vor allem beim Einsatz neuer Technologien zu einem Spannungsfeld zwischen Effizienz und Kontrolle kommen kann.
Veränderung des Fokus: hin zu Integration und Systemdenken
Diese Entwicklungen verdeutlichen eine zentrale Verschiebung im Personalmanagement, nämlich weg von einzelnen Maßnahmen hin zu einem systemischen Verständnis. Führung, Organisation, Kultur und Kompetenzen müssen gemeinsam gedacht werden. HR entwickelt sich zunehmend zur Gestalterin
von Transformation. Der zweite Tag hat diese Perspektive durch weitere Praxisimpulse vertieft. Dabei wurden Personalentwicklungsprojekte der Stadt Wien (Flexitime, Talentprogramme, Frauenförderung) vorgestellt. Mit der „Dornbirn Akademie“ wurde ein Beispiel vorgestellt, wie durch interne Trainer*innen und strukturierten Wissenstransfer eine nachhaltige Lernkultur aufgebaut werden kann.
Auch die KI-Praxis aus der Regio Vorderland zeigte deutlich: KI ist weniger ein technisches als ein organisatorisches Thema. Dort, wo Mitarbeitende Freiräume haben und Kompetenzen aufgebaut werden, entstehen konkrete Anwendungen und Effizienzgewinne. Oft liegt die Herausforderung weniger im Ideenmangel, sondern in kulturellen Barrieren und dem Anspruch nach Perfektion. Charakteristisch für die Werkstatt bleibt dabei die enge Verbindung von Input, Austausch und konkreter Anwendung.
Ausblick
Im Ausblick wurde deutlich, dass das Interesse an gemeinsamer Weiterarbeit hoch bleibt. Gleichzeitig wird ein ausgewogener „Die Qualität öffentlicher Leistungen hängt maßgeblich von den Menschen dahinter ab.“ Mix aus Themenvielfalt und Vertiefung angestrebt. Präsenzformate bleiben zentral,
ergänzt durch weiterentwickelte Online-Formate mit stärkerer Interaktivität und thematischen Schwerpunkten. Die Werkstatt Personal macht deutlich:
Die Qualität der Verwaltung entscheidet sich an der Qualität ihres Personalmanagements und damit an den Menschen, die sie gestalten.
Melden Sie sich zur Werkstatt Personal an, wenn Interesse an einer Teilnahme im Herbst 2026 besteht!