Neue Ausgabe des Forum Public Management: Gemeinden neu denken - Zwischen Kooperation und Strukturreform

Österreichs Städte und Gemeinden stehen weiterhin unter hohem Druck. Knappe Mittel, steigende Anforderungen, notwendige Investitionen, Fachkräftemangel und zunehmende Komplexität zeigen, dass die kommunale Ebene tragfähige Strukturen und klare Verantwortlichkeiten braucht.

Kooperationen und Gemeindestrukturreformen sind daher zentrale Zukunftsfragen für einen handlungsfähigen öffentlichen Sektor. Kooperationen sichern kommunale Leistungsfähigkeit, indem sie Ressourcen bündeln, Fachwissen nutzbar machen und Leistungen dort absichern, wo einzelne Gemeinden an Grenzen stoßen. Dafür braucht es klare Governance, transparente Entscheidungen, verlässliche Finanzierung und laufende Weiterentwicklung. Werden Kooperationen zu kleinteilig oder komplex, entstehen neue Probleme statt nachhaltiger Lösungen. 

Derzeit weist Statistik Austria 1.956 Kooperationen auf kommunaler Ebene aus. Diese hohe Zahl zeigt einerseits die große Bereitschaft der Gemeinden zur Kooperation. Andererseits verweist sie auch auf Reformbedarf. Eine wachsende Vielfalt an Verbänden, Kooperationen und gemeinsamen Strukturen kann zu Intransparenz, Steuerungsproblemen und zusätzlichem Abstimmungsaufwand führen. Kooperationen müssen daher nicht nur ausgebaut, sondern auch konsolidiert, vereinfacht und besser steuerbar gemacht werden. 

Vor diesem Hintergrund halte ich die Arbeitsgruppe „Kooperationen“ im Rahmen der Reformpartnerschaft Österreich für besonders wichtig. Sie kann helfen, Kooperationen weiterzuentwickeln, rechtliche und organisatorische Hürden abzubauen und zentrale Fragen wie die Umsatzsteuer praxistauglich zu klären. Ziel muss sein, Gemeinden tatsächlich zu entlasten, Transparenz zu schaffen und die Qualität öffentlicher Leistungen zu stärken. 

Gleichzeitig stellt sich die Frage, ob Kooperationen allein ausreichen. Wo Aufgaben dauerhaft regional gedacht und gesteuert werden müssen, braucht es weitergehende Ansätze. Modelle wie Regionsgemeinden oder Verbandsgemeinden können Eigenständigkeit mit gemeinsamer Steuerung verbinden und Perspektiven für mehr Effizienz, klarere Verantwortung und regionale Handlungsfähigkeit eröffnen, ohne lokale Identität vorschnell aufzugeben.

Diese Ausgabe des Forum Public Management widmet sich daher bewusst den Themen Kooperation, Regionsgemeinde, Gemeindefusionen und europäischen Gemeindestrukturen. Die Beiträge zeigen unterschiedliche Wege auf, wie Gemeinden ihre Leistungsfähigkeit sichern können: durch gut gestaltete Zusammenarbeit, durch mutige Strukturreformen und durch neue Modelle regionaler Verantwortung. 

Abschließend danke ich dem Vorstand des KDZ für das Vertrauen und meine Ernennung zum Geschäftsführer mit 1. Mai. Ich freue mich auf die weitere gute Zusammenarbeit mit dem Vorstand, unseren Mitgliedern, Partner*innen, Kund*innen und dem gesamten KDZ-Team, um Reformen weiterhin aktiv mitzugestalten.

Ich wünsche eine anregende Lektüre und viel Rückenwind für notwendige Reformen.

Leistungen

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Unsere Schwerpunkte

  • Haushaltsanalysen und kommunales Finanzmanagement
  • Steuerungs- und Managementsysteme
  • Organisationsentwicklung
  • Personalmanagement und Führungskräfteentwicklung
  • Strategieentwicklung und Innovationsberatung
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Europäische Governance und Städtepolitik

Unsere Schwerpunkte

  • Internationaler Know How Exchange und Capacity Building
  • Städtepolitik in Europa
  • CAF-Zentrum und Verwaltungsreform
  • Offene Daten
  • Wissensmanagement und Vernetzung