# Think Big! Think Data! Think Open! Think Digital! Act!

Wir leben im Zeitalter der ständig steigenden Datenmengen. Unter dem Schlagwort „Big Data“ werden nicht nur technische Aspekte beschrieben, sondern es ist auch eine neue Sichtweise auf Erzeugung, Nutzung sowie Förderung und Reglementierung von Daten notwendig, die Eingang in die öffentlichen Verwaltungen findet.

Big Data umfasst sämtliche Bemühungen, […] zur Gewinnung von Erkenntnissen aus zumeist sehr großen, sich schnell ändernden und unterschiedlich strukturierten Daten.Diesem breiten Verständnis von Big Data folgend bedeutet „big“ also nicht nur „zu groß für eine Excel-Tabelle“ sondern wird unter anderem durch folgende Eigenschaften charakterisiert:

  1. Umfang (Volume). Hier ist nicht nur der Umfang eines einzelnen Datensatzes gemeint, sondern generell auch der Umfang der heutzutage verfügbaren Datenmengen. Die Herausforderungen bestehen in der Verwaltung dieser Daten und in der effizienten Ausführung von Analysen auf dem Datenbestand.
  2. Komplexität (Variety). Bezeichnet unterschiedlichste Datenformate und unterschiedlichste Arten von Strukturiertheit bis hin zu völlig unstrukturierten Text-, Bild- oder Videodaten. Die Herausforderung für Anwendungen ist die flexible Integration von Daten in unterschiedlichsten Formaten.
  3. Geschwindigkeit (Velocity). Nicht nur stehen viele Daten wesentlich rascher zur Verfügung, bis hin zu Echtzeit-Daten, sondern es müssen auch wesentlich rascher Erkenntnisse daraus gezogen werden können.

Zur Vorbereitung des Big-Data-Arbeitskreises des Österreichischen Städtetages hat das KDZ nun erstmals einen idealtypischen Muster-Datenkatalog für Daten aus Städten erstellt. Er basiert auf bereits durch Österreichs Städte veröffentlichten Daten, ergänzt um weitere Datenquellen ausländischer Städte, aus Städtestatistiken, Ideensammlungen sowie dem Produkt- und Leistungskatalog von Städten und dient nun als Grundlage dafür, einen Überblick über die Daten der eigenen Stadt zu entwickeln. 

 

 

Es wird rasch klar, dass ein „daten-zentrierten Verwaltungsmanagement“ gefragt ist, da im Zeitalter von Big Data der Blick auf die Daten einer Stadt immer wichtiger wird. Einerseits ergeben sich viele Anforderungen, möglichst viele Daten der Verwaltung zu öffnen, andererseits fordert die Datenschutz-Grundverordnung ab Mai nächsten Jahres eine laufende Dokumentation besonders schützenswerte Datenanwendungen. Das Kriterienraster des KDZ zum internen Datenmonitoring, das im Open-Government-Vorgehensmodell veröffentlicht wurde, hilft bei der Klassifikation von Daten.

 

Es ergeben sich daher folgende Handlungsempfehlungen:

Think Big! Think Data! Think Open! Think Digital! Act!

Think Big!

Die Herausforderungen sind groß und lassen sich im Alleingang schwer meistern. Denken Sie daher „groß“ und arbeiten Sie mit anderen Städten und Behörden aus dem In- und Ausland, dem Österreichischen Städtebund, nationalen und internationalen Forschungseinrichtungen und anderen Stakeholdern zusammen.

Think Data!

Datenzentriertes Denken erfordert, dass Sie MitarbeiterInnen mit neuen Kompetenzen brauchen. Data Analysts, Chief Data Officer etc. müssen nicht sofort neu ausgeschrieben werden. Finden Sie kluge Köpfe in Ihrer Organisation, die Sie weiterentwickeln können. Datenzentriertes Denken und Handeln muss auch in Ihre Fachabteilungen getragen werden. Das gelingt am besten mit erfolgreichen Pilotprojekten und motivierten MitarbeiterInnen. Formulieren Sie Use-Cases, also Anwendungsfelder, in denen Sie Probleme lösen müssen.

Think Open!

In der „Offenen Stadt“ können Sie längst nicht mehr alleine, hinter verschlossenen Türen agieren. Transparenz, Partizipation und Kollaboration sind daher die aktuellen Management-Leitsätze, die konsequent umgesetzt werden, wie es einige Städte bereits eingeleitet haben. Das Open-Government-Vorgehensmodell bietet Ihnen dabei Unterstützung.

Think Digital!

Verankern Sie die Agenden der Digitalisierung in Ihrer Organisation. Da Digitalisierung nicht von einer Abteilung erledigt werden kann, eignen sich Stabsstellen oder Projektteams besser. Digitalisierung ist eine Querschnitts- und Koordinationsaufgabe, die nicht automatisch in die IT-Abteilung gehört. (Nicht durch, sondern mit der IT!) Die Dimensionen von Big Data zeigen gut, welche Aspekte im Team vertreten sein müssen.

Act!

  1. Verwaltung: Erstellen Sie daher Ihre eigene Roadmap für Big Data und Digitalisierung in Anlehnung an die Big-Data-Roadmap. Schichten Sie Ressourcen zugunsten der erwähnten Themen um. Nutzen Sie den Muster-Datenkatalog als Einstieg in das interne Datenmonitoring. Stimmen Sie mit der Politik die Roadmap ab.
  2. Politik: Setzen Sie Digitalisierung auf Ihre Agenda. Haben Sie den Mut zu Think Big!, Think Data!, Think Open! und Think Digital! Ermöglichen Sie Pilotprojekte, stellen Sie Ressourcen zur Verfügung und treffen Sie die anliegenden Entscheidungen gemeinsam mit der Verwaltung.

Weiterführende Informationen

  1. Arbeitspapier „Big Data und Österreichs Städte“ inkl. Muster-Datenkatalog: https://www.kdz.eu/de/big-data
  2. Projektgruppe Big Data Österreich: http://reference.e-government.gv.at/Big-Data.3364.0.html
  3. Open-Government-Vorgehensmodell: https://www.kdz.eu/de/open-government-vorgehensmodell
  4. Cooperation OGD Österreich: https://www.data.gv.at/infos/cooperation-ogd-oesterreich/