Das Auskunftsrecht nach dem Datenschutzgesetz 2000. Eine Fallstudie

Im Rahmen einer am Institut für Informationswissenschaft der Universität Graz 2003 durchgeführten Studie wurde untersucht, ob Auskunftsbegehren gesetzeskonform beantwortet werden. Fünf Teilnehmer an der Studie richteten dabei an ausgewählte Institutionen (Wohnsitzgemeinde, Wohnsitzfinanzamt, Sozialversicherungsträger, Bank, Privatversicherung, etc.), bei denen sie eine Speicherung von Daten zu ihrer Person vermuteten, entsprechende Anfragen. Sowohl das Konzept der Studie als auch deren Ergebnisse werden in diesem Beitrag vorgestellt und kommentiert: danach weisen die Ergebnisse darauf hin, dass das Auskunftsrecht nach dem Datenschutzgesetz in Österreich keinesfalls ausreichend etabliert ist. Für dieses Resümee spricht als Indiz, dass der Anteil der korrekt beantworteten Datenschutzanfragen nur 13 Prozent betrug. Die mangelhafte Beantwortung von Datenschutzanfragen führt der Autor weniger auf eine bewusste Missachtung der Vorschriften des DSG zurück, sondern vielmehr auf die fehlende Kenntnis der datenschutzrechtlichen Vorschriften seitens der Auftraggeber. Die verpflichtende Bestellung von betrieblichen Datenschutzbeauftragen, wie sie in Deutschland üblich ist, wäre nach Ansicht des Autors auch in Österreich sowohl für öffentliche Institutionen als auch im privaten Bereich wünschenswert.  

Autor/Herausgeber: 
erschienen in: 
Verwaltung aktuell 29(2004), 6, S. 752-757
Jahr: 
2004
Bestellnummer: 
3485