Nachhaltig wirken mit Sustainable Development Goals (SDGs) - Impulse für eine erfolgreiche Umsetzung der Agenda 2030 auf kommunaler Ebene

Die Sustainable Development Goals, die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung, stellen das Kernstück der 2015 verabschiedeten Resolution zur Agenda 2030 der Vereinten Nationen dar. Alle 193 UN-Mitgliedstaaten haben sich diesen 169 Zielvorgaben für die ökologische, soziale und wirtschaftliche Entwicklung unserer Welt bis 2030 verschrieben.

Die Rolle der Städte und Gemeinden

In den letzten Jahren gelang es insbesondere durch Bemühungen der Zivilgesellschaft, das allgemeine Bewusstsein für nachhaltige Entwicklung zu schärfen – wenn auch vorwiegend im ökologischen Kontext. Die besondere Bedeutung der SDGs liegt in der ganzheitlichen Betrachtung aller Dimensionen nachhaltiger Entwicklung. Denn wachsendes ökonomisches Ungleichgewicht, ungleiche Bildungschancen, steigender Ressourcenverbrauch, Urbanisierung und der Klimawandel betreffen uns alle.

Städte und Gemeinden tragen besondere Verantwortung für die Umsetzung der SDGs. Rund 65 Prozent der Ziele der Agenda 2030 können ohne einen Beitrag der regionalen und lokalen Gebietskörperschaften nicht vollständig verwirklicht werden. Abgesehen von ihrer besonderen Verantwortung und den Steuerungsmöglichkeiten zur Förderung nachhaltiger Entwicklung sind Gemeinden auch direkt für die Umsetzung kommunaler Aufgaben verantwortlich, die in direktem Zusammenhang mit den SDGs stehen.

SDGs in Österreichs Städten

Von der Entwicklung integrativer Mobilitätskonzepte, der regionalen Wirtschaftsförderung bis hin zur Sicherung lokaler Gesundheitsversorgung – alle 17 SDGs sind von direkter Relevanz für die kommunale Ebene. Eine Beschreibung der SDG-relevanten kommunalen Handlungsbereiche sowie konkrete Umsetzungsmaßnahmen finden sich im neuen Leitfaden „SDGs in Österreichs Städten“ von KDZ und dem Österreichischen Städtebund. Darüber hinaus beschreibt die Publikation vier wesentliche Schritte, die auf kommunaler Ebene gesetzt werden müssen, um die SDGs langfristig zu erreichen. Zu allen im Detail erläuterten Schritten werden Umsetzungsbeispiele, Tools und ausgewählte SDG-Aktivitäten beschrieben, um die Implementierung im gemeindespezifischen Kontext zu erleichtern.

Obwohl die ersten Schritte ganz zentral sind, um einmal mit dem Thema SDGs zu beginnen, darf Schritt 4: Monitoring und Evaluierung nicht außer Acht gelassen werden. Somit soll auch die Wirkung der gesetzten Aktionen nachhaltig abgesichert werden. In Österreich gibt es nämlich noch keine Vorgabe für Prozesse und Indikatoren zum kommunalen SDG-Monitoring. Die Statistik Austria hat 2017 ein nationales SDG-Indikatorenset in Abstimmung mit den UN-Vorgaben erstellt, welches unter anderem einige Indikatoren mit Aussagekraft für die Entwicklung auf kommunaler Ebene umfasst. Mit dem Leitfaden wurden erste Überlegungen zu diesem Thema angestellt und eine exemplarische Selektion relevanter Indikatoren zu allen 17 SDGs aufgezeigt, die als Inspiration zur Ableitung von lokal angepassten Indikatoren dienen können. Jedoch muss beim Monitoring vor allem die kommunale Steuerungsrelevanz in Betracht gezogen werden, um nicht eine zusätzliche Bürokratisierung zu Lasten der tatsächlichen Umsetzung entstehen zu lassen.

Bekenntnisse auf kommunaler Ebene

Wenn auch das Bewusstsein für nachhaltige Entwicklung sowie die mediale und politische Präsenz dieses Themas in der letzten Zeit größer geworden ist, gibt es noch großen Handlungsbedarf. Im April dieses Jahres präsentierten der Österreichische Städtebund und der Österreichische Gemeindebund

gemeinsam eine Musterresolution zur Agenda 2030 als Diskussionsgrundlage für politische Beschlüsse auf kommunaler Ebene1. Derartige Bekenntnisse als klarer Ausdruck politischen Willens können wesentlich dazu beitragen, Prozesse zum kommunalen Nachhaltigkeitsmanagement ins Rollen zu bringen. Umso mehr bedarf es aber gemeinsamer Anstrengungen und Kooperationen aller Gebietskörperschaftsebenen sowie der Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft, um die Umsetzung der SDGs vor anzutreiben. Denn die jetzt gesetzten Maßnahmen und Aktionen – sei es auf europäischer, nationaler, regionaler oder

kommunaler Ebene – werden die langfristige Entwicklung unserer Welt und unserer Gesellschaft bis 2030 und darüber hinaus bestimmen.

 

Anmerkungen

1: Die Musterresolution zur Agenda 2030 findet sich im Anhang der Publikation „SDGs in Österreichs Städten“ sowie auf www.agenda2030.at.

Jahr: 
2019