13.03.2026
Das neue Tool auf Offener Haushalt unterstützt Kommunen dabei, Finanzdaten zu analysieren, zu vergleichen und für strategische Entscheidungen zu nutzen.
Steigende Anforderungen an Transparenz und Effizienz stellen Städte und Gemeinden vor neue Herausforderungen. Haushaltsführung bedeutet heute nicht mehr nur Buchhaltung, sondern gezielte Steuerung öffentlicher Mittel. Mit dem neuen Benchmarking-Tool auf www.offenerhaushalt.at steht nun ein Instrument zur Verfügung, das Kommunen dabei unterstützt, ihre Finanzdaten zu analysieren, zu vergleichen und strategisch zu nutzen. Gemeinsam mit Projektpartnern entwickelt, erweitert das Benchmarking die bekannte Transparenzplattform „Offener Haushalt“, auf der Gemeinden ihre Haushaltsdaten öffentlich zugänglich machen können, um eine analytische Dimension.
Was das Tool leistet – Datenstruktur und Vergleich
Das Benchmarking-Tool ermöglicht es Städten und Gemeinden, die Ein- und Auszahlungen des Finanzierungshaushalts systematisch zu analysieren. Alle Werte sind pro Kopf ausgewiesen und mit frei wählbaren Referenzgruppen (Region, Gemeindegröße, Rechnungsabschlussjahr) vergleichbar. Jede Haushaltsposition – von „Auszahlungen für Personalaufwand“ bis „Einzahlungen aus Gebühren“ – kann bis zur Kontenebene geöffnet und verglichen werden. So wird sichtbar, wo sich eine Gemeinde im Verhältnis zu anderen befindet. Die Ergebnisse erscheinen visuell aufbereitet und sind intuitiv interpretierbar.
So funktioniert der Zugang – Voraussetzungen und Einstieg
Für die Nutzung laden Gemeinden ihre GHD-Daten (Gemeindehaushalts-Datenträger) hoch und schalten ihre Gemeinde für den öffentlichen Bereich frei. Nach dem Login mit den Admin-Zugangsdaten auf www.offenerhaushalt.at. steht das Benchmarking im Gemeindebereich unter „Spezielle Darstellungen“ zur Verfügung. Die Datengrundlage besteht ausschließlich aus von Gemeinden hochgeladenen und freigeschalteten Informationen. Das Benchmarking erfolgt anonym – es ist nicht ersichtlich, von welcher Gemeinde die Referenzwerte stammen. Nullwerte und nicht verbuchte Positionen werden automatisch ausgeschlossen. In die Berechnung fließen nur Gemeinden ein, die in der jeweiligen Position Ein- oder Auszahlungen verbucht haben.
Ein Werkzeug zur Steuerung und Planung
Das Benchmarking ist mehr als ein Analyseinstrument – es ist ein Werkzeug zur kommunalen Steuerung. Es ermöglicht den Blick auf finanzielle Aspekte, die sonst schwer vergleichbar wären, und unterstützt Gemeinden bei der evidenzbasierten Entscheidungsfindung.
Vier zentrale Nutzenaspekte:
- Positionierung: Wo liegt meine Gemeinde im Vergleich zu ähnlichen Kommunen?
- Zielgerichtete Steuerung: Welche Budgetbereiche weichen signifikant vom Median ab – und warum?
- Evidenzbasierte Planung: Die Ergebnisse können in Strategieklausuren und politischen Entscheidungsprozessen genutzt werden.
- Transparenz: Daten schaffen Vertrauen – innerhalb der Verwaltung und im Dialog mit Bürgerinnen und Bürgern.
Ein Beispiel: Eine Gemeinde erkennt, dass ihre Sachausgaben im Bereich Kindergärten über dem Median vergleichbarer Gemeinden liegen, während Investitionen geringer ausfallen. Diese Erkenntnis kann Anlass sein, Prozesse zu überprüfen, Kostenstrukturen zu analysieren und strategische Investitionen zur langfristigen Kostenreduktion und Effizienzsteigerung einzuleiten.
Mehrwert für Gemeinden
Mit dem neuen Benchmarking-Tool gewinnen Städte und Gemeinden einen neuen Einblick in ihre Finanzen, und damit auch in mögliche Optimierungspotenziale. Es eignet sich für mehrjähriges Monitoring, um Entwicklungen zu verfolgen und Maßnahmen zu evaluieren.
Mit jeder teilnehmenden Gemeinde steigt die Qualität der Referenzwerte – und der Nutzen für alle.
Gleichzeitig bietet es die Möglichkeit, intern den Austausch zwischen Verwaltung und Politik zu fördern – und extern die Kommunikation mit der Bevölkerung auf eine nachvollziehbare Datengrundlage zu stellen. So wird Zahlenmaterial zum Steuerungsinstrument, das hilft, Entscheidungen zu objektivieren und Ressourcen gezielter einzusetzen. Das Benchmarking auf www.offenerhaushalt. at steht allen Gemeinden kostenlos zur Verfügung. Mit jeder weiteren teilnehmenden Gemeinde steigt die Qualität der Vergleichswerte – und damit der Nutzen für alle beteiligten Gemeinden. Gerade in Zeiten angespannter Budgets bietet das Tool die Chance, Verwaltung neu zu denken: datenbasiert, transparent und vorausschauend.
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