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Jetzt Weichen für die Zukunft der Gemeinden stellen!

Hand mit Entwicklungsfeldern
Sozialkapitel und 5 zentrale Entwicklungsfelder für Gemeinden

Die Corona-Pandemie wirbelt seit über einem Jahr die Gemeinden durcheinander. Immer neue Herausforderungen müssen kurzfristig überwunden werden. Mussten die Gemeinden zu Beginn der Krise noch Versorgungsdienste organisieren, so schlagen sie sich jetzt vermehrt mit dem Aufbau und dem Betreiben von Test- oder Impfstraßen herum. Die Pandemie hat uns im Rückblick sehr eindrucksvoll gezeigt, welche Bedeutung die Kommunen für das Zusammenleben in Österreich haben und wie flexibel sie sich immer wieder an veränderte Anforderungen angepasst haben.

Jetzt Weichen stellen

Auch wenn das Licht am Ende des Pandemie-Tunnels noch nicht so hell scheint, gilt es jetzt gleichwohl die richtigen Lehren aus der jüngeren Vergangenheit zu ziehen und darauf aufbauend, die richtigen Weichen in die Zukunft zu stellen.

Dr. Klaus Wirth (KDZ) und Dr. Kriemhild Büchel-Kapeller (Büro für Freiwilliges Engagement und Beteiligung, Landhaus Bregenz) haben gemeinsam Überlegungen angestellt, an welche Weichenstellungen jetzt konkret zu denken ist und welche Wege in die Zukunft für Gemeinden besonders sinnvoll erscheinen. Sie haben Ihre Ideen in einem ausführlichen Beitrag auf LinkedIn veröffentlicht und laden zum Zukunftsdiskurs ein.

Zwei zentrale Entwicklungsrichtungen sehen die beiden als besonders wichtig an:

  • Zum einen muss jetzt das in der Krise besonders sichtbar gewordene, von vielen hoch geschätzte und auch für die Zukunft so wichtige Sozialkapital der Gemeinden weiter abgesichert und ausgebaut werden. Viele Menschen haben sich in der Krise engagiert und aktiv mitgeholfen. Städte und Gemeinden haben gemeinsam mit Freiwilligen Einkaufsdienste aufgebaut, Soforthilfen für Bürgerinnen und Bürger organisiert und damit Solidarität und Miteinander in den Gemeinden „organisiert“. Dieses erlebte Potenzial und Engagement müssen sich die Gemeinden für die Zukunft aktiv sichern. Nicht zuletzt auch deshalb, weil derzeit schon erste Entsolidarisierungstendenzen erkennbar werden und die Gemeinden denen etwas entgegensetzen müssen.
  • Zum zweiten hat die Krise sowohl die Leistungsfähigkeit und Flexibilität, ja Systemrelevanz unserer Gemeinden sehr deutlich sichtbar werden lassen. Wie in allen Krisen sind aber auch organisatorische Begrenzungen und Entwicklungserfordernisse erkennbar geworden. Hier gilt es nun anzuknüpfen und systematisch eigene Potenziale und Entwicklungsbedarfe vor den Vorhang zu holen.

Im Beitrag von Wirth und Büchel-Kapeller werden dazu - neben dem Faktor Sozialkapital - insgesamt fünf mögliche Entwicklungsfelder beschrieben:

Digitalisierung

Für die Gestaltung der Zukunft heißt es jetzt, die erfolgreichen Digitalisierungsinitiativen der Vergangenheit und die erforderlichen neuen Projekte der Digitalisierung in einen zukunftsgerichteten Entwicklungsrahmen – eine Digitalisierungsstrategie – zu geben und damit auch die vielfach aus der Not geborenen Initiativen zu einer stärker geplanten Entwicklung zu machen.

Finanzen und Organisation

Um angesichts schwieriger finanzieller Rahmenbedingungen auch in Zukunft eine hohe Qualität von kommunalen Leistungen gewährleisten zu können, kann ein individuelles kommunales Zukunftspaket aus kurzfristigen Konsolidierungsmaßnahmen eine gezielte nachhaltige Optimierung der Organisation und ggf. auch die Bildung gemeindeübergreifender Organisationsformen hilfreich sein.

Agile Verwaltung – New Work – Sinnstiftung

Die große Flexibilität und Leistungsfähigkeit der Gemeinden ist rückblickend darauf zurückzuführen, dass sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus einer großen Loyalität gegenüber ihrer Gemeinde und den Menschen in ihrer Gemeinde heraus engagierten und vieles möglich gemacht haben. Verbundenheit allein reicht aber für die Zukunft nicht aus, um als Arbeitgeber*in attraktiv zu sein. Dazu braucht es sinnstiftende Arbeit, moderne Arbeitsbedingungen und attraktive Entwicklungsmöglichkeiten. In Hinkunft braucht es mehr Organisations- und Personalentwicklung, um auch die Verwaltungsorganisationen im inneren Zukunftsfit zu machen.

Wissen und Erfahrung

Gemeinsam ist man stärker: Das gilt umso mehr in Krisenzeiten. Glücklich, wer in solchen Situationen starke Partner an seiner Seite hatte, an die man sich wenden konnte, wenn eine ganz neue Herausforderung zur Tür hereinstolpert. Für die Zukunft bedeutet das, bestehende Wissensnetzwerke weiter zu stärken und auszubauen, um im Fall der Fälle Kolleg*innen mit Rat und Tat an der Seite zu haben.

Offene Bürgerhäuser

Bislang sind Gemeindeämter vor allem Orte der Verwaltungsarbeit. Dort werden Informationen gegeben, Anträge bearbeitet, lokale Einrichtungen verwaltet, unterschiedlichste Dienstleistungen für die BürgerInnen erbracht. Durch die Einrichtung von Bürgerservicestellen hat sich die Zugänglichkeit und Nutzbarkeit von Services der Gemeinden vereinfacht und rückblickend vor allem auch das Image der Gemeinden nachhaltig verbessert. Für die Zukunft sind drei Aspekte beim Bürgerservice besonders wichtig: Erstens: Services müssen noch sehr viel digitaler werden und parallel auch weiterhin analog bleiben. Zweitens: Serviceorientierung darf keinesfalls allein am Eingangsschalter sichtbar und erlebbar werden. Und drittens: Gemeindeämter/Rathäuser müssen sich noch mehr als bisher zu offenen Bürgerhäusern, zu Orten der Begegnung und des Dialogs entwickeln.

Die Zukunft wartet nicht – sie ist schon da!

Lassen Sie sich von den Ideen und Gedanken der beiden Autor*innen inspirieren und zum Nachdenken einladen. Nutzen Sie die Möglichkeit zum Diskurs: Dr. Klaus Wirth ist per E-Mail oder via LinkedIn erreichbar.

Peter Biwald
Mag. Peter Biwald - Geschäftsführer
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Thomas Prorok
Mag. Thomas Prorok - Stv. Geschäftsführer
Im Buch "Transforming Public Administration with CAF" bringen wir mehr als 30 internationale AutorInnen zusammen, welche ihre Erfahrung mit dem CAF beschreiben.
Bgm. Michael Ludwig - Stadt Wien
Bgm. Michael Ludwig - bei der Konferenz "Towards European Integration with SDGs"
Die Sustainable Development Goals sind der richtige Weg. Und der richtige Weg führt zur Europäischen Integration.

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