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Im Auge des Orkans - wie das KDZ die Coronakrise 2020 bewältigt hat

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Das Jahr 2020 war ein Jahr großer Veränderungen. Die Corona-Pandemie hat die Welt im Großen und uns im Kleinen vor riesige Herausforderungen gestellt, erfolgreiche Geschäftsmodelle und über Jahre entwickelte und erprobte Verfahren wurden über Nacht relativiert.

Auswirkungen der Krise rasch erheben

Noch in der ersten Welle der Pandemie haben wir für den Vorarlberger Gemeindeverband und das Zukunftsbüro des Landes Vorarlberg unter dem Motto „Gemeinden und CORONA - Jetzt handlungsfähig bleiben!“ eine Befragung aller 96 Gemeinden in Vorarlberg durchgeführt und untersucht, wo der "Schuh am meisten drückt" und was in dieser Situation an Unterstützung besonders wichtig ist. Den vielen positiven Erfahrungen mit spontaner Hilfsbereitschaft und dem Zusammenrücken in der Not, das die Gemeinden berichteten, stand aber damals schon die Sorge um die unkalkulierbaren finanziellen Folgen gegenüber. Mit einem kleinen Zirkel von lokalen Expertinnen und Experten aus Vorarlberg haben wir die Erfahrungen der Krise und die Erkenntnisse aus der Umfrage in mehreren Videokonferenzen reflektiert und erste Ansatzpunkte für eine bessere Krisenfestigkeit von Gemeinden erörtert.

Zur selben Zeit haben wir auch im Auftrag des Österreichischen Städtebundes exemplarisch die Finanzsituation von neun Städten analysiert, um deren finanzielle Krisenfestigkeit einzuschätzen. Gemeinsam mit den Finanzdirektoren konnten wir dabei schon relativ „früh“ in der Krise, den drohenden Handlungsbedarf identifizieren und benennen – und mussten auch erkennen, dass zur Kompensation ein föderaler Schulterschluss erforderlich ist. Ohne zumindest teilweisen Ausgleich des operativen Einnahmenentgangs würde die Handlungsfähigkeit auf kommunaler Ebene massiv eingeschränkt. Am Ende des Jahres 2020 hat sich diese Einsicht bestätigt und beschäftigt die Städte und Gemeinden auch im Jahr 2021.

Handlungsfähigkeit bewahren

Eine große Herausforderung für die Zukunft besteht darin, einerseits die Handlungsfähigkeit der Städte und Gemeinden angesichts der schwierigeren finanziellen Bedingungen abzusichern und gleichzeitig auch das in der Krise so erfolgreich aktivierte Potenzial (Sozialkapital) der für die lokale Gemeinschaft einstehenden Menschen auch weiterhin nutzbar zu machen und diese Menschen dauerhaft an die Gemeinden zu binden. Auch wenn Sparen zwangsläufig ein Thema des Jahres 2021 sein wird, braucht es weitergehende Ideen zur Stärkung der Widerstandskraft der Gemeinden, den Auf- und Ausbau des Sozialkapitals, die Stärkung regionaler Wirtschaftskreisläufe und nicht zuletzt auch die Bildung neuer gemeindeübergreifender Verwaltungsstrukturen.

Vorhandenes Potenzial weiter entwickeln

Vielleicht hat viele ZweiflerInnen und KritikerInnen in der Krise auch überrascht, welche Flexibilität und Anpassungsfähigkeit die Kommunalverwaltungen an den Tag gelegt haben, wenn es wirklich darauf ankommt, schnell und manchmal auch unkonventionell zu handeln (Stichwort: Service trotz geschlossener Rathäuser, Videokonferenzen, Homeoffice, Digitale Services etc.). Auch dieses Potenzial gilt es weiter zu entwickeln und zu sichern. Am Ende waren es nämlich die motivierten und loyalen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Gemeindeverwaltungen, die das Heft des Handelns in die Hand genommen und die notwendigen Dinge getan haben. Das zeigt, wie wichtig es ist, auch in Zukunft in die Entwicklung und Förderung der Belegschaft zu investieren. Personalentwicklung ist - auch angesichts der anstehenden Pensionierungswelle - eine Pflichtaufgabe und keinesfalls nur Kür (siehe unten Werkstatt Personal)!

neue und innovative Ansätze etablieren

Wie viele andere Organisationen auch, haben wir im KDZ in dieser turbulenten Zeit ad-hoc auch neue – v.a. digitale – Formate und Settings realisiert: Exemplarisch nennen möchten wir hier drei neue Ansätze:

  • Indem viele Städte und Gemeinden einen großen Teil ihrer Belegschaft von heute auf morgen ins Homeoffice verlagert haben, sind kurzfristig eine Vielzahl von praktischen personalwirtschaftlichen Fragen im Umgang mit Homeoffice, neuer Formen des Online-Recruitings usw. entstanden. Um diesen akuten Bedarf an Information und fachlicher Abstimmung rasch zu decken, haben wir im Frühjahr die so genannte „Werkstatt Personal“ ins Leben gerufen und damit eine niederschwellige Form des Online-Fachdialogs für Personalverantwortliche in Städten organisiert. Mehr dazu hier.
  • Auch die etablierten Regionalforen des KDZ sind – wie fast der komplette Seminarbetrieb des KDZ – zu digitalen Formaten geworden. Zwar vermissen viele bei diesen digitalen Treffen den spontanen Dialog und die inspirierenden informellen Begegnungen. Demgegenüber war die Teilnahme an den Regionalforen durch den Wegfall der Anreise einfacher. Auch wurde es dadurch möglich häufigere und auch kürzere „Treffen“ (wirtschaftlich) durchzuführen.
  • Auch für das diesjährige zehnte „Netzwerktreffen Bürgerservice“ war das Jubiläumsjahr kein normales Jahr. Angesichts einer unsicheren CORONA‑Situation hatten wir das geplante Netzwerktreffen im Herbst von vorneherein durch eine digitale Option abgesichert und es dank dieser Möglichkeit dann letztlich auch nur so durchführen können. Dadurch war es möglich, die erfolgreiche Serie fortzusetzen und auch in diesem Jahr ein Forum für die Weiterentwicklung des Bürgerservice anzubieten.
neue Möglichkeiten der Krise nutzen

Die spontanen, coronabedingten Innovationen im Jahr 2020 haben das Potenzial auch die praktische Arbeit des KDZ in Organisationsentwicklungsprojekten nachhaltig zu verändern. Die vielen positiven praktischen Erfahrungen mit Videokonferenzen eröffnen neue zeit- und raumunabhängige Arbeitsweisen (z.B. Online-Interviews, Online-Informationsveranstaltungen) und helfen gleichzeitig die Projekt-, insbesondere aber die Reisekosten zum Vorteil aller zu senken. Neue digitale Kollaborationstools haben wir eingeführt, uns im Rahmen des KDZ-Train-up (interne Weiterbildung) qualifiziert und nun erweitern sie das Handlungsrepertoire der KDZ-Beraterinnen und -berater. In einem für alle spannenden Reallabor haben wir 2020 vieles an neuen Tools und Settings ausprobiert und Möglichkeiten und Grenzen ausgelotet. Mit diesen vielfältigen Erfahrungen und Learnings stehen wir am Beginn des Jahres 2021: was sich bewährt hat, werden wir in den nächsten und vielleicht auch weiteren Jahren gut brauchen können.

Digital und analog in die Zukunft gehen

Die CORONA-Pandemie hat von uns und unserem Kunden in vielerlei Hinsicht eine große Flexibilität abverlangt. Sehr schnell sind neue Arbeitsweisen entstanden, haben Menschen neue digitale Kompetenzen erworben und genutzt, haben neue Tools unser Arbeits- und Methodenrepertoire bereichert und ergänzt. Dennoch: Auch wir freuen uns wie viele andere wenn in absehbarer Zeit, der für die Organisationsentwicklung ganz elementare Aspekt der zwischenmenschlichen Kommunikation und der persönlichen Kooperation, das gemeinsame Lernen und Miteinander face-to-face und mit allen Sinnen wieder vollständig möglich ist. Technik hat uns geholfen, gut durch die Zeit zu kommen. In Zukunft wollen wir dennoch wieder vermehrt, sprichwörtlich „Hand-in-Hand“ miteinander an spannenden Zukunftsentwürfen im öffentlichen Sektor arbeiten.

In unserem Jahresbericht "Resilient" lesen Sie noch mehr zum Krisenjahr 2020.

Wir helfen Ihnen gerne die Potenziale Ihrer Organisation für die Zukunft auszuschöpfen. Das Team "Public Management Consulting" steht für Anfragen zur Verfügung.

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